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FOTO-POESIE / PHOTO POETRY

ALL PHOTOS OF THIS SITE: PHOTOGRAPHER © LEÓN W SCHOENAU


PHOTOPOETRY 6

EL HIERRO. photo©by LeónWSchoenau
EL HIERRO. photo©by LeónWSchoenau

Auszeit auf El Hierro. Das ist eine Zeit, in der ich oder es nicht "aus" sind/ist. Im Gegenteil. Ich bin "in". Nicht einfach auf einer Insel, sondern ich bin im Inneren einer Insel - vulkanisch vor Millionen von Jahren geboren-und deshalb mit Ansprüchen an ein Paradies. Hier verläuft auch der Meridian Null. Ermöglicht die Null-Vertreibung. Gedanklich geeignet zum Verwurzeln. ... Mit geschlossenen Augen wieder sehen lernen. Und dennoch: Foto-Klick! Erstaunt? Na dann weiter im Text ...

 

Time Out en El Hierro. Es un tiempo en el que no es "off". Por el contrario. Yo soy "en". No solo en una isla, pero estoy dentro de una isla - con origen volcánico, por lo que dice ser un paraíso. El meridiano cero. Permite "cero" del desplazamiento. Mentalmente apto para el enraizamiento. ... Con los ojos cerrados aprender a ver de nuevo. Y sin embargo, la foto-click! ¿Sorprendido? Bueno ... entonces más ...

 

Die Sonne drängt „um die Ecke“. Ihr Gleißen, noch flachstehend, blendet. Vorgestern hat es hier geregnet. Die ansonsten staubtrockene Gesteinslandschaft bei den Puntos Arenas Blancas und  la Sal erscheint verwandelt, begrünt, bemoost ... Selbst der bergabrutschende Lavagries besitzt heute die Charme, grünbepunktet zu leuchten. Das rostähnliche Glimmen des gewaltigen Steins mit Spitze hat nichts mit dem vermeintlichen „hierro“ zu tun, nach dem man den Inselnamen heute immer wieder oberflächlich übersetzt. Nein „Eisen“ ist auf der ganze Insel nicht zu finden. Die Sprachübersetzung der Ureinwohner , der Bimbaches, hilft hier weiter, sodass es wahrscheinlicher ist, von „hero“ also „ Milch“ zu sprechen (heute spanisch „leche“). Der Basaltblock vorn ist wie die ganze Insel, aber sicher vulkanischen Ursprungs. Der daneben ebenfalls. Die Morgenfeuchte mit Sonnenblendung visualisiert einen schlafenden Kriegerkopf, hervorspringendes Kinn, spitze Nase gewölbte Stirn irgendwo über den Augentiefen ... Ich höre ihn atmen – aber es ist das sacht bewegte Meer hinter mir ... Text© León W. Schönau


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MENSCH UND TIER. DURST UND HITZE. WEITE UND NÄHE. Alles das fiel mir ein, als ich diesen Moment wahrnahm. Es war weit in den Mittag hinein. Auch ich hatte Durst und die Wanderung durch die Steppe, mit großer Fuerteweite und gutem Horizontkontakt war anstrengend. Sei genügsam und nimm einen Schluck Wasser, sagte ich zu mir, als ich den hombre, einzigen Menschen weit uns breit, also compañero, die Tränke füllen sah (und hörte). Starker Strahl in dürstender Natur. Wasser hat hier auf der Insel noch seine ursprüngliche Bedeutung: Leben. Ich weiß es, der campesino weiß es - der Esel auch: ¡IAh! Der Eindruck des Bildes täuscht nicht, was hier der Boden hergibt: Nichts bis wenig. Früher, ja früher vor der großen Landflucht, die auch Inselflucht hieß, gabs kleine Äcker: Vierecke, Rechtecke, schmale Handtücher. Nicht mal immer Eigentum - häufig nur gepachtet. Die Bauern zum Teil noch als Tagelöhner. Aber Kartoffeln, bodenkriechende Minitomaten, wenns hochkam in der Feldecke etwas Aloe Vera gegen die Schürfwunden von der Arbeit. Oder ein überschaubares Geviert mit etwas geteide, Gerste, Weizen ... Aber der Wassermangel damals enormer als heute. Heute vielleicht eine gewisse Fülle Dank moderner Tanktechnik oder des kommunlalen Wasserleitungsnetzes. Zurückgeblieben sind die kleinen Steinmauern. Sie  schützten und schützen heute noch die karge Pflanzenwelt vor dem Dauerwind, der hier herrscht. Kakteen, diese Trockenheitskünstler lachen sich einen und greifen unkrautartig um sich. Manchmal steigt hinten auf den Pisten zu den glattgebürsteten, abgehschliffenen Hügeln eine Staubwolke auf. Nein es kommt keiner im Galopp daher, wie damals John Wayne. Der Wind ist´s nur,  das Windspiel deiner Fanatasie selbst und es  bringt Leben in die Angeschiedenheit. Text© by LeónWSchoenau

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Photo © by León W. Schoenau
Photo © by León W. Schoenau

ZÄHL DIE KÄMME, DRAUSSEN, WO DU SEIN WOLLTEST ... Sie schäumen weiß. Sie zeigen im fernen Dunkelblau auch die Zähne. Andererseits - sie lachen dich an. Dich, der du am Rande stehst und dem Spiel des Wasser zusiehst, das auf- und abschwellende Rauschen als Musk in den Ohren. Zögerlich, dich in das Element zu werfen und zu spüren, wie es an dir reißt, weil es dich will. Tu es, so etwas passiert nicht jeden Tag ... Text by León W. Schönau


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